In der letzten Woche sind gleich zwei wichtige Dinge passiert. Erstens habe ich mein Auto bekommen wodurch ich nun endlich selbstständig mobil bin und zweitens musste ich damit direkt zur Werkstatt fahren.
Mein Auto wurde mir von Kampala nach Karamoja von einem der Priester (Ft. Mark) gebracht. Wie einige aber vermutlich auf Social Media mitbekommen haben, war der Beginn meines Autobesitzes leider schon mit einem aufwendigen Ausflug verbunden. Das Auto ist ein Toyota Hilux. Ich würde es als klassischen „Ami-Wagen“ bezeichnen. Groß, laut und er verbraucht viel. Aber ich muss zugeben, obwohl ich mir einen Toyoto Landcruiser gewünscht habe, fährt sich der Hilux klasse. Grundsätzlich muss man festhalten, dass Toyota hier DIE Marke ist. Gefühlt 80% der Autos sind aus dem Hause Toyota. Die älteren Modelle sind fast allesamt Landcruisers, der klassische Wagen von NGOs und UNO. Aber mir ist aufgefallen, dass die neueren Wägen sehr oft ein Hilux sind. Offenbar ist hier eine Trendwende zu erkennen und der Landcruiser wird bald entkrönt. Ich werde diese Situation auf jedem Fall im Blick behalten
Nun aber wieder zurück zum „Ausflug“. Nachdem mir Ft. Mark die Schlüssel übergeben hat, machte er mich darauf aufmerksam, dass ich zur 1.000 km Inspektion muss da ansonsten die Versicherung verfällt. Ein Blick auf den Tacho: 750km. Ein zweiter Blick auf GoogleMaps. Oje, der nächste Toyotahändler ist 300km entfernt. Meine Stimmung war natürlich eher mittelmäßig, denn ich hatte eigentlich nicht vor, meine erste größere Fahrt mit dem Auto direkt zur Werkstatt zu machen. Aber was blieb mir übrig als es widerwillig doch zu machen.
So ging es also letzten Dienstag um 6:30 Uhr los. 300km hören sich für europäische Verhältnisse, wenn man an eine schöne Autobahn mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von 110 km/h denkt, noch schaffbar an. Ft. Mark wollte mir jedoch unbedingt eine „Abkürzung“ zeigen, die um einiges schneller ist. Sagen wir so. Er hatte recht. Es war ein bisschen schneller. Aber die Bezeichnung „unbefestigte Landstraße“ wäre schon eine große Übertreibung. So ging es teilweiße durch Schlamm und Erde oft mit einer Geschwindigkeit von unter 15 km/h. Es war anstrengend, da man mit der Konzentration natürlich voll da sein musste aber es war auch sehr abenteuerlich. So habe ich es mir Safaris immer vorgestellt und ich habe endlich verstanden, wozu Stoßdämpfer gebraucht werden.
Nach guten 6 Stunden Fahrtzeit, sind wir dann in der Stadt Mbale angekommen. Das Auto ging direkt in die Werkstatt und wir gingen etwas Essen. Nach 15 Minuten war das Auto fertig (natürlich ist ja ein neues Auto ohne Probleme). Wir brauchten allerdings eine gute Stunde bis unsere Bestellung da war. Ft. Mark blieb in Mbale. Er hatte noch andere Verpflichtunge. Ich jedoch wollte mich aber auf den Weg nach Moroto machen, um dort endlich meine eigenen 4 Wände zu beziehen.
Für den Rückweg entschied ich mich dann nicht mehr für die Abkürzung, sondern für den längeren, dafür asphaltierten Weg. Ich muss echt sagen, das war eine gute Entscheidung. Besonders nach so vielen Stunden Fahrerei ist es angenehm, wenn man auf einer asphaltierten Straße quasi auf Autopilot fahren konnte. So habe ich zwischendurch sogar Geschwindigkeiten von 130 km/h erreicht. Für alle die also gezweifelt haben: doch es gibt gute Straße in Uganda. Leider nur nicht überall.
Am Rückweg wurde ich dann auch noch von einem Regenschauer des Jahrhunderts überrascht. Dieser kam so plötzlich und intensiv, dass ich mit 30 km/h auf der Straße gerollt bin ohne wirklich 30m weit zu sehen. Dies war jedoch die Bestätigung, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe, als ich mich gegen die Erdstraße entschieden habe. Ich würde vermutlich heute noch im Schlamm feststecken.
Doch so plötzlich der Regen auch kam, so plötzlich verschwand er auch wieder. Allgemein kommt es mir so vor, als ob Regen hier sowieso sehr lokale Phänomene sind. So ist es schon oft passiert, dass es in einem Dorf regnet und im nächsten davon gar nichts zu spüren war. So ist die derzeitige „Regenzeit“ leider auch nicht überall gleich intensiv aber das ist ein anderes Thema.
Um ca. 7:30 Uhr bin ich schlussendlich in Moroto angekommen. Ich habe mir noch vom Portier die Schlüssel geholt und bin eigentlich direkt ins Bett gefallen. Meine Unterkunft habe ich bewusst erst die Tage darauf bezogen aber dazu ein andermal mehr…


