Nach nun einigen Monaten spannender Arbeit, war die Zeit für mich reif, Uganda aus der Sicht eines Touristen zu entdecken. Zusammen mit zwei Freundinnen aus Deutschland habe ich die letzten zwei Wochen Uganda von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Wir haben uns für einen nicht durchgeplanten Urlaub entschieden, wodurch wir fast alle Dinge während des Urlaubs organisiert haben. Damit andere die vielleicht auch Uganda besuchen wollen ein paar Inspirationen bekommen, fasse ich die wichtigsten Stationen unserer Reise zusammen.
Kampala
Der erste Stopp unserer Reise war Kampala. Nach der Ankunft am Flughafen Entebbe habe ich meine Gäste durch den Verkehr Kampalas in unsere erste Unterkunft gebracht. Praktischerweise konnten wir im Gästehaus meiner Projektpartner – den Mill Hill Missionaries – unterkommen. Im Gegensatz zu vielen europäischen Städten ist Kampala nicht unbedingt der richtige Ort zum Schlendern und Flanieren. Die große Anzahl an Menschen, Autos und Motorrädern in Kombination mit oft kleinen Straßen ist, wenn man es nicht gewohnt ist, überwältigend. Dennoch haben wir uns entschieden, zumindest einen kleinen Weg durch Kampala zu Fuß zu bewältigen. Dabei haben wir nicht nur spannende Orte wie den Busbahnhof oder den Markt erkundet, sondern auch viele kleine Geschäfte und Kunstmärkte entdeckt. Doch schon nach kurzer Zeit bemerkten wir alle drei, dass unser Stresspegel bei jeder Straßenüberquerung in die Höhe schießt. So muss man leider wirklich zugeben, dass die Stadt nicht ideal für Fußgänger ist.

Eine Attraktion in Kampala welche uns sehr überrascht hat, war die Uganda National Mosque (vormals Gaddafi National Mosque). Ich habe in meinem Leben schon sehr viele Kirchen besichtigt, Moscheen hingegen sehr wenige. Die Uganda National Mosque ist die größte Moschee Ugandas und das Zentrum der muslimischen Gemeinde des Landes. Obwohl das Christentum die vorherrschende Religion ist, bekennen sich ca. 15% der Bevölkerung zum Islam – doch die Größe der Anlage könnte durchaus mehr vermuten. Das Areal war sehr weitläufig aber auch gut besucht. Nicht nur durch Touristen, sondern auch durch viele Gläubige, die hier in einer guten Koexistenz agieren. Durch eine (Privat-)führung konnten wir einen guten Einblick über die Geschichte erhalten, besuchten (einen) der Gebetsräume und erklommen sogar das Minarett. Der Ausblick auf die Stadt war atemberaubend, da man von hier alle Stadtteile des ursprünglichen Kampalas erkennen kann.







Ein weitere Sehenswürdigkeit in Kampala ist Kabaka’s Palace. Der Königspalast ist einer der Sitze des Königs von Buganda. In Uganda gibt es nach wie vor Königreiche als eine Art Parallelstruktur zum Staat welche sich aber nicht in die Staatspolitik einmischen, sondern sich vor allem kulturelle Themen widmen. Buganda ist das größte und wichtigste Königreich in Uganda und der amtierend Kabaka (Titel des Königs) Muwenda Mutebi II of Buganda, hat nach wie vor viel Einfluss. Während der Führung kann man zwar nicht in den Palast selbst, aber das Areal erkunden. Ebenso lernt man viel über die Geschichte Bugandas sowie über die Gräueltaten des ehemaligen Präsidenten Idi Amin, der am Gelände eine Folterkammer bauen ließ.
Murchison Falls Nationalpark
Wenn man in Afrika ist, dann denkt man natürlich an Safaris und Nationalparks und in der Tat ist auch Uganda gefüllt mit vielen beeindruckenden Nationalparks. Wir haben uns Richtung Norden aufgemacht um den dortigen Murchison Falls Nationalpark zu besuchen. Ein kleiner Tipp an alle Reisenden: Auch wenn auf der Website und allen Flyer Eintrittsgebühr steht (Entrance Fee) so ist es eigentlich eine Tagesgebühr. Da wir vier Nächte im Park blieben, haben sich die 35$ pro Person recht schnell in 140$ gewandelt. Zusätzlich musste auch noch eine Gebühr für das Privatauto gezahlt werden. Doch die Gesamtkosten haben wir gut ausgleichen können, da wir bei der Unterkunft ein sehr günstiges Angebot hatten. Was uns aufgefallen ist, dass wir im Gegensatz zu den anderen Besuchern des Parks relativ entspannt unterwegs waren. Allein die Tatsache, dass wir vier Nächte im Park blieben, war eher die Ausnahme als die Regel. Oft bleiben Touristen eine, vielleicht zwei Nächte um dann sofort weiterzureisen. Wir haben aber die entschleunigte Variante sehr genossen. So konnten wir ganz entspannt mit den Auto privat durch den Park touren um Elefanten, Giraffen, Affen, Hippos und so weiter zu sehen. Auch die obligatorische Flussfahrt am Nil mit Aussicht auf den namensgebenden Murchison Wasserfall haben wir uns gegönnt. Insgesamt ein wirklich schöner Nationalpark mit vielen Möglichkeiten die Natur Ugandas zu entdecken.












Nicht weit vom Murchison Falls Nationalpark haben wir die Ziwa Rhino and Wildliferanch besucht. Diese Aufzuchtstation hat sich den gefährdeten Nashörnern verschrieben. Einst heimisch in Uganda sind sie jetzt in der Natur kaum mehr zu finden. So hat die Ziwa Rhino and Wildliferanch es geschafft, aus ursprünglich sechs Tieren, inzwischen knapp 50 Nashörner in der 4. Generation großzuziehen. Einige von ihnen werden in naher Zukunft auch ausgewildert – unter anderem in den Murchison Falls Nationalpark. In der „Rhinoranch“ erlebt man Safari mal ganz anders. Anders als sonst, sitzt man hier nicht geschützt im Auto, sondern macht sich zu Fuß auf den Weg, die Nashörner zu entdecken. So kommt man ziemlich nah ran – fast schon zu nah. Doch unter der Aufsicht unseres Guides konnten wir sicher auf wenige Meter ran und konnten so nicht nur großartige Bilder, sondern auch eine unglaubliche Erfahrung mitnehmen.




Was darf bei keinem guten Urlaub fehlen? Zeit zum Entspannen! So ist es empfehlenswert nicht nur Sehenswürdigkeiten und Nationalparks zu besuchen, sondern sich auch Zeit zu nehmen zum Spazieren, Entspannen und Erholen. Genau das haben wir in den letzten Tagen in Entebbe gemacht. Hier in Uganda gibt es auch genügend Möglichkeiten dafür. Deshalb meine Empfehlung für jede Reise. Auch mal die Füße hochlegen, ein Getränk schlürfen und einfach die Seele baumeln lassen…

